Die ungeschriebenen Surfregeln

Surfing rules

Jeder Surfer, egal welchen Niveaus, muss sich für sich selber und für die anderen mit den grundsätzlichen Sicherheitsmaβnahmen vertraut machen. Beim Surfen gibt es wie beim Autofahren Regeln. Da es für den Anfänger schwierig ist, alle diese neuen Regeln zu beachten, soll er mit einfachen Wellen anfangen und die groβen Wellen den Surfexperten lassen.

Mehrere gute Gründe, um diese Regeln zu respektieren :

1. Die Sicherheit : der Umgang mit einem Brett kann zum Bruch des Materials oder zu einer Verletzung führen.
2. Der Spaβ am Gleiten : das Ziel des Surfens ist die ganze Welle entlang zu fahren. Kommt man einem Surfer, der Vorfahrt hat, in die Quere, beraubt man ihn seines Spaβes und seiner Freude.
3. Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst ! Aber der Mensch ist nicht vernünftig. Wie auf der Straβe achten die meisten auf die Regeln und einige benehmen sich total egoistisch.
4. Wer die Regeln nicht respektiert, kann Unfälle provozieren und die Agressivität anderer verursachen.

Hiermit will ich versuchen, alle Regeln zu erklären, von den allgemeinen bis zu den spezifischen und zu den Ausnahmen vom Einsteiger- bis zum Expertenniveau.

Als Bildträger verwende ich eigene Fotos, die ich am 06/05/2016 in Hossegor gemacht habe. Die Surfbedingungen waren optimal : schöne gutgeformte unkomplizierte eher weiche Wellen und am Spot sind Surfer verschiedener Niveaus.

Blaue Kreise stehen um die Surfer, die Vorfahrt haben, rote Kreise, um die Schuldigen.
Blaue Farbe zeigt Zonen einer Vorfahrtsstrategie, rote Farbe, Zonen, die nicht so günstig sind.

Respekt der Vorfahrten

Der Surfer, der dem Peak, « pic » (auf französisch) am nächsten ist, hat Vorfahrt

Der Peak, « le pic », heiβt die Stelle, wo die Welle zuerst brechen wird und Weiβwasser wird sich formen. Logischerweise wird der Surfer, der dem brechenden Teil der Welle am nächsten ist und lospaddelt, der sich also im Inneren der Welle befindet, die Möglichkeit haben, die ganze Welle entlang zu fahren, im Gegensatz zu jemandem, der vom Schulter der Welle also im äuβeren Teil, lospaddeln würde. Es ist also logisch, dass er die Vorfahrt hat, denn er hat sich am besten Platz hinmanövriert, um die Welle maximal reiten zu können .

Der am Peak bestplazierte Surfer hat also die Vorfahrt, vor dem Surfer, der sich am Schulter befindet. Sollte dieser trozdem losfahren, läuft er die Gefahr den schon in die Welle engagierten Surfer in die Quere zu kommen, ihn in seinen Manövern zu hindern oder ihn zu verletzen. Auf dem ersten Foto wird die Vorfahrt des Surfers im blauen Kreis von drei Surfern gleichzeitig miβachtet. Im französischen Surferjargon heiβt es « se faire taxer » (drop in).

Die Welle entrollt vom Peak zur Schulter in eine bestimmte Richtung, die jeder Surfer klar identifizieren muss. An diesem Spot entrollen die Wellen nach links (« dérouler en gauches ») vom Standpunkt des Surfers gesehen, der hier nach links auf der Welle lospaddelt.

Der Anfänger soll besonders darauf achten, dass er keine Welle nimmt, die schon jemand surft

Der Anfänger muss diese Regeln kennen, um in aller Sicherheit zu surfen. Deshalb ist es empfehlenswert, dass er einige Kurze mit einem qualifizierten Surflehrer nimmt.

Natürlich ist es schwer für den Anfänger, die Natur der Wellen zu erkennen, zu wissen, wohin sie entrollen werden, er kann schlecht feststellen, wo « le pic » / der Peak und « l’épaule »/ die Schulter sind.
Kurz, bevor er sich entscheidet, eine Welle anzupaddeln, muss er wenigstens sicher sein, dass kein Surfer dabei ist, dieselbe Welle zu reiten, um so mehr, wenn er sich auf dessen Strecke befindet. Liegt er auf seinem Brett näher am Strand, wird er den Surfer, der die Welle schon reitet, stören oder sie werden zusammenstoβen. (Siehe Foto oben)

Manchmal stellen sich Surfer bewuβt im Wege des Vorfahrtssurfers und hoffen, dass er seine Fahrt stoppen wird, um den Zusammenstoβ zu vermeiden.

Der Surfer, der am hintesten lospaddelt, hat die Legitimität für die Vorfahrt, denn er startet am nähesten der Stelle, wo die Welle zuerst bricht.. Aber es gibt Nuancen und Ausnahmen, die später erklärt werden.

Das einfache Paddeln gibt keine Vorfahrt !

Man betrachtet, dass ein Surfer gestartet ist, erst in dem Moment, wo er aufsteht.

Auf diesem Foto hatte der am Peak nächststehende Surfer die Absicht, die Welle zu nehmen, aber er konnte nicht starten. Die zwei anderen Surfer sind von beiden Seiten des Peaks in entgegengesetzte Richtungen gestartet, ohne sich gegenseitig zu hindern.

Beim Paddeln gibt der Surfer zu verstehen, dass er die Welle nehmen will. Die Beobachtung der anderen Surfer, die sich rumherum befinden, ist höchst wichtig. Es wird den bestplazierten Surfer ärgern, wenn er anpaddelt und aufsteht und sieht, dass andere seine Welle anpaddeln wollen, obwohl sie bemerken, dass er starten will.

In dem Fall, wo ein Surfer sich mutmaβt, zehn Wellen hintereinander anzupaddeln und es schlieβlich schafft, nur eine einzige zu surfen, dann fühlen sich die anderen Surfer dazu berechtigt, auch seine Wellen zu surfen, weil sie mehr in der Lage sind , starten zu können. Man vergeude keine Welle (jene Welle , die nicht geritten wurde )! Auf Französisch : „il ne faut ne pas gâcher la vague“.

In Umgebung von Surfexperten wird ein Surfer, der alle Wellen anpaddelt und nie startet, von den anderen nicht mehr berücksichtigt und jede Chance verlieren, eine einzige Welle zu nehmen. Tatsächlich ärgert es die anderen, wenn einer sich immer den besten Platz sucht, um am Peak zu starten und alle Wellen vergeudet. Beim Surfen ist der beste Platz am Peak etwas Kostbares, was man sich erringen muss. Das benötigt ein Minimum an technischer Gelenkigkeit.

Nicht das Take-off, das heiβt der erste auf dem Brett, sondern die am Peak beste Position gibt die Vorfahrt !

Jedoch sagt man manchmal, der erste auf dem Brett habe die Vorfahrt. Surft man gleiche Brettertypen, wird der dichter am Peak stehende Surfer logischerweise zuerst aufstehen. Aber diese Vorfahrtsregel « des zuerst aufstehenden » erreicht schnell ihre Grenzen, wenn es zum Wettbewerb zwischen Surfern wird, die andere Brettertypen mit mehr Auftrieb benutzen. Gegenüber dem Shortboarder (Benutzer eines kleinen Brettes) hat der Longboarder Vorteil, weil er früher starten kann und er wird selber vom Stand-up-Paddler (der sowieso auf dem Brett immer steht) enttront, weil dieser in einer kaum markierten Wellenbewegung starten kann, schlieβlich wird er vom Kayakfahrer geschlagen, ganz vom Schiff zu schweigen !

Die Vorfahrtsregel des « ersten auf » ist sinnlos für den Paddel-Ständer, der immer auf dem Brett steht.

Eigentlich ergänzt diese Regel « erster auf » die Vorfahrtsregel des « am nächsten am Peak ». Das soll « snaken » verhindern : wenn ein Surfer schon gestarte ist und schon zur Schulter reitet, kann ein anderer, der weiter unten auf der Lauer wartet, nachdem der erste an ihm vorbeigefahren ist, in seinem Rücken starten und sich die Vorfahrt erzwingen.
Bemerkt der Vorfahrtsfahrer dieses Manöver, muss er seine Fahrtrichtung ändern, um nach Inside um den Surfer herum zu fahren, wobei er seine Welle vergeuden oder mit ihm kollidieren kann.

Auf dem Foto oben, wo die Surfer quasi gleichzeitig aufstehen, gilt die Vorfahrtsregel des « am nächsten am Peak ». Der Surfer, der also mehr Inside gestartet ist, wird wegen dem Drop-in des anderen Surfers (im roten Kreis), Mühe haben, über die kritische Wellensektion zu kommen, die schneller brechen wird. (Die Sektion ist die senkrechte Wellenmauer, an die man schnell entlang fahren muss, bevor man vom Weiβwasser gestoppt wird.)

Reindroppen, auf Französisch « taxer » gefährdet und hindert den Vorfahrtsfahrer

Die zwei Fotos zeigen, wie ein Surfer in die Welle des Vorfahrtsfahrers reindroppt, aber weit genug, um ihn nicht zu gefährden. Indem er startet, bildet sich Weiβwasser, das den anderen stören wird, so dass er wahrscheinlich seine Welle nicht zu Ende wird fahren können .

Diese Zwei Fotos bilden eine einzige Aktion. Der Reindropper provoziert beim Starten den Bruch der Wellenmauer. Der Vorfahrtsfahrer wird deshalb seine Welle nicht weiter fahren können, aber der Reindropper wird sie bis zum Ende ausnützen.

In kräftige Wellen reindroppen ist noch gefährlicher

Die Missachtung der Vorfahrt beim Reindroppen führt zur erhöhten Gefahr, wenn die Wellen kräftig sind oder in der Nähe eines Hindernisses (felsiger Meeresboden, Wellenbrecher …)

In ganz groβen Wellen (siehe Foto oben) kann der wegen dem Drop-in behinderte Surfer nicht optimal surfen, denn die Welle kann ihn einholen oder die Wellenmauer zusammenbrechen, so dass er in der Sektion eingesperrt wird und ins Wirbeln kommen kann. Im französischen Surferjargon sagt man « il a bouffé », das heiβt, « er hat gefressen ». Bei solchen gewaltigen Surfbedingungen ist diese Art des Vorfahrtsnehmens besonders unfair und gefährlich.

In besonderen Fällen dürfen zwei Surfer in dieselbe Welle starten, ohne sich dabei zu stören.

In einigen bestimmtenFällen können zwei Surfer dieselbe Welle nehmen, ohne sich gegenseitig zu behindern

Einige Wellen geben dem am Peak bestplazierte Surfer die Möglichkeit, zu wählen, in welche Fahrtrichtung er starten will. Man sagt, dass solche Wellen auf beide Seiten öffnen. So können zwei Surfer dieselbe Welle in unterschiedliche Fahrtrichtungen abfahren, ohne sich gegenseitig zu hindern.

Damit sie wissen, in welche Richtung jeder fahren wird, müssen sie kommunizieren : « Tu pars de quel côté ? », d.h. « In welche Richtung fährst du? » Auf alle Fälle hat der dichter am Peak anstartende Surfer die Entscheidung. Haben die zwei die gleiche Position, erhält derjenige, der als erster zum Stehen gekommen ist, die Vorfahrt.

Auf dem Foto zögert der Surfer zu starten, denn er weiβ nicht, für welche Fahrtrichtung sich der Surfer am Peak entscheiden will.

Auf diesem Foto sieht man, dass der Vorfahrtssurfer nicht nach rechts gestartet ist. Wäre es der Fall gewesen, hätte der andere Surfer in der Schulter auch nach links starten können, ohne schuldig zu sein. Aber der Vorfahrtssurfer hat sicher eingeschätzt, dass die Linke hohler, mehr nach links öffnete und günstiger zu fahren war. Er ist in seinem guten Recht, denn er hat die Vorfahrt. (Siehe die zwei folgenden Fotos)

Reindroppen ist fies, im Wege bleiben noch schlimmer !

In dieser Bilderfolge sieht man, dass der Vorfahrtssurfer bremst, weil der andere reindroppt und ihn stört. Der entschuldigt sich zwar, aber die Welle ist am Ende und fast vergeudet. Es wäre netter gewesen, wenn er die Welle nach oben sofort verlassen hätte, um den von links kommenden Surfer den Weg frei zu lassen und sich erst hinterher entschuldigt.

Versehentlich kann man jemanden verhindern, aber einige sind seltsamerweise Spezialisten solcher Manöver !

Der Vorfahrtssurfer muss um sein Recht schreien, wenn er sieht, dass ein anderer Surfer die Absicht hat, ihm die Welle zu klauen. Startet dieser trozdem und bemerkt seinen Irrtum, muss er sofort die Welle verlassen, um ihn am wenigsten zu hindern.

Dicht am Weiβwasser starten gibt keine Vorfahrt !

Diese Foto ist interessant. Man sieht, dass zwei Surfer in die Welle des Surfers im blauen Kreis reindroppen. Aber schauen wir uns lieber die zwei anderen ( roten Blitze), die links von ihm mehr Inside paddeln.

Manchmal sagt man, dass der am dichtesten am Weiβwasser startende Surfer Vorfahrt hat : der Peak ist die Stelle, wo die Welle zuerst brechen wird und Weiβwasser wird sich gleich formen. Hier sehen wir, dass der links paddelnde Surfer schon sehr unten in der Welle ist, die Welle wird in seinem Rücken brechen und er wird im Weiβwasser starten. Er hat keine Vorfahrt, denn er ist zu Nahe am Strand und die Welle hat sich auf offener See hinten gebildet und ein besser plazierter Surfer ist schon aufgestanden.

Es könnte folgendes passieren : der Surfer im blauen Kreis startet seines guten Rechtes bewuβt am Peak der Welle und gleitet der Welle entlang, als ein anderer Surfer in seinem Rücken aus dem Weiβwasser auftaucht, « hep,hep, ich habe die Vorfahrt ! » schreiend. Der Surfer, der am Peak gestartet ist, wird die Welle weiter reiten und sich entfernen und dabei eine Stelle zwischen ihm und dem Weiβwasser frei lassen, die einige Schlauköpfe auszunützen versuchen.

Das richtige Einschätzen der Surfers am Peak : wird er die Welle anstarten oder vergeuden ?

Der Surfer im blauen Kreis nützt seine Vorfahrt gegenüber dem Surfer rechts, indem er in dessen Richtung fährt. Der Surfer im roten Kreis wird trozdem in seine Welle reindroppen. Da der Vorfahrtssurfer weit hinter dem Peak gestartet ist, hat er kaum Chancen die Section zu surfen. Startet der andere Surfer im roten Kreis nicht, ist die Welle vergeudet.

In diesem Fall ist die Beobachtung der anderen Surfer und das Einschätzen ihres technischen Surfniveaus von Wichtigkeit : der Surfer im roten Kreis muss sehr schnell das Niveau der anderen Mitsurfer einschätzen. Im Unklaren hat er geschätzt, dass der Surfer im blauen Kreis über die Sektion nicht fahren würde und nicht auf ihn zukommen würde. Pech, wenn dieser super stark ist, ein Brett wird bald an ihm vorbeirasen.

Ein oft begangener Fehler muss hier erwähnt werden : um immer in der Vorfahrtsposition zu sein, stellen sich viele Surfer so dicht Inside der Welle wie möglich und vergeuden die Wellen, denn wenn sie aufstehen, stoppt sie sofort das Weiβwasser. Aber ein besser plazierter Surfer hätte die ganze Welle entlang bis zum Strand reiten können und er ist nicht gestartet, denn er wollte nicht reindroppen.

Das allzugierige Benehmen einiger veranlässt andere dazu, die Vorfahrtsregeln nicht zu beachten und zu starten, als sie mehr in der Schulter sind und werden schuldig, wenn der Vorfahrtssurfer doch über die Sektion hinweg surft. Sie beurteilen die Surfsituation nur zu ihren Gunsten und verlieren jede Objektivität beim Beobachten der anderen Surfer im Wasser : die Sektion, die dem Vorfahrtsfahrer den Weg sperrt, ist oft die Sektion, die sie selber beim Reindroppen gestürzt haben.

Die Vorfahrtsregeln müssen von den Regeln des gesunden Menschenverstandes gemäβigt werden, sonst würden Chaos und Spannungen am Spot herrschen. Alle wollen Wellen erwischen. Also nur mit der Ruhe, lieber beobachten als alle Wellen anpaddeln wollen, den Spot mit anderen teilen, nicht alles nur für sich haben wollen, sonst wird die Hektik einiger den Ärger anderer erwecken und die Regeln eines geselligen Beisammenseins existieren nicht mehr.

Hier oben ist das Reindroppen des Surfers gerechtfertigt, weil er dessen überzeugt war, dass der Vorfahrtssurfer nicht über die Sektion hinweg fahren würde. « Besteht ein Zweifel, droppe ich rein ». Aber hier ist klar, dass er den Vorfahrtssurfer hindern wird.

Hat der Surfer, der mehr hinten gestartet ist, vor dem Surfer, der näher am Strand startet, Vorrang ?

Der Surfer am Fuβe einer Welle darf keine Welle anpaddeln, die jemand schon surft (Siehe Foto oben).
Wenn der Surfer im roten Kreis glaubt, dass der Vorfahrtssurfer nicht anstarten wird, aus Angst auf ihn zu stoβen, ist die Wette riskiert und ein solches Benehmen von den anderen wenig geschätzt.

Jedoch wird diese Vorfahrtsregel des am weitesten startenden für den Stand-up-Paddler (SUP) sinnlos : im Vergleich zu dem Shortboarder kann er weit hinter dem Line-up (die Zone, wo die Surfer auf die Welle warten) starten.

Oft sieht man, wie SUP-Surfer vom offenen Meer kommend geradeaus fahren, ohne sich um ihr Anstellen im Line-up zu kümmern. Der gröβere Auftrieb ihres Brettes befreit sie nicht, die Vorfahrtsregel « des am nächsten am Peak » zu respektieren. Es wäre ein bisschen zu leicht !

Verglichen mit den anderen Surfern haben Longboarder oder SUP-Boarder wegen den groβen Volumen ihrer Bretter ein groβes Vorteil und niemand kann mit ihnen um den Vorrang mithalten. Also müssen sie sich nicht immer aufdrängen und die anderen Surfern, die im Line-up an der Reihe warten, auch zu Wellen kommen lassen.

Der Surfer näher am Strand darf die Surfer, die hinten drauβen gestartet sind, nicht behindern

Auf dem Foto hier oben wartet der untere Surfer auf eine Welle. Aber ein Surfer fährt schon die Welle und der Surfer im roten Kreis, der im Wege bleibt, wird ihn behindern oder sie beide in Gefahr bringen. Es wäre richtig gewesen, wenn er aufs Meer rausgepaddelt wäre, um dem Vorfahrtssurfer eine ungehinderte Fahrt zu ermöglichen.

Der Reindropper hat selten Recht !

Es kommt vor, dass man in die Welle eines Freundes oder eines Bekannten reindroppt, denn man erwartet keine gewaltige Reaktion ihrer Seite. Das sollte man mit Fremden vermeiden.

Einige « Locals » nehmen sich das Recht des Alleinbesitzes der Wellen : sie gewähren fremden Surfern keine Vorfahrt. Aber das führt zu Irrtümern und sie droppen also auch in die Welle anderer Locals rein, die sie nicht erkannt haben, denn die Surfspots zwischen Capbreton, Hossegor und Seignosse sind zahlreich. So starten sie alle Wellen an, ohne sich um die Stellung am Peak zu kümmern und droppen in die Welle der anderen rein.

Der Surfer verreist viel und wenn er als Fremder schon Opfer eines so primitiven Benehmens gewesen ist , dann sollte er gelernt haben, dass man jeden Surfer, ob Local oder nicht, überall respektieren muss.

Vorfahrt haben gibt kein Recht auf Leben und Tod auf die anderen !

Die Verantwortung

Der Surfer, der eine Welle reitet, muss sein Brett kontrollieren und die anderen Surfer, die näher am Strand oder auf seinem Weg sind, nicht verletzen : der Surfer, der eine Welle anstartet, ist verantwortlich, wenn er mit den Surfern zusammenstoβt, die näher am Strand warten oder die in Richtung der offenen See gerade schwimmen.

Es gibt ein ganzes Protokoll von Aktionen (Thema eines nächsten Artikels), um seewärts zu paddeln, ohne die Surfer auf ihren Wellen zu behindern, aber der Anfänger kennt manchmal diese Regeln nicht. Es ist kein Grund, ihn durchzusägen, weil er einen Fehler gemacht hat. Der erfahrene Surfer soll nicht vergessen, dass er auch mal Anfänger war. Man wird nicht Surfer mit einem Brett unter den Beinen geboren, man muss es erlernen !

Wenn der Versicherer Schwierigkeit hat, festzustellen, wer jeweils Verantwortung hat, kann er sich auf die Regeln stützen, die die Surfverbände der jeweiligen Länder festgelegt haben : so hat der Reindropper mit seinem leichtsinnigen Benehmen es zu Gefahr werden lassen, weil der Vorfahrtsfahrer ihm nicht ausweichen konnte. Oder auch der Schmuggler, der dem Vorfahrtssurfer absichtlich den Weg abgeschnitten hat und sich selber in Gefahr gebracht hat.

Was die Vorfahrt betrifft, da gibt es eine Zone der Undeutlichkeit, die einige Schlauköpfe ausnutzen, um sich die Vorfahrt zu erschleichen, indem sie dem Vorfahrtssurfer zum Beispiel den Weg abschneiden oder um ihn herum paddeln, was zu einer gespannten und gefährlichen Situation führt. Ich werde in einem nächten Artikel die Details solcher Feinheiten erklären !!!!!

Die Zivilverantwortung

Wenn ein Surfer jemanden verletzt oder ein Brett beschädigt hat, weil er die Surfregeln nicht respektiert oder sein Brett nicht kontrolliert hat, ist es vernünftiger, wenn er seine Versicherung sofort anruft, statt durch unaufrichtige Lügen seine Schuld nicht erkennen zu wollen. Wie am Lenkrad ! Man ist für seine Fehler verantwortlich.

Gutes Surfen und bis bald

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